Im Prinzinp des Dialogs
Ausstellungsprojekt von Herbert W.H. Hundrich
19.09. - 31.10.2008
VGH-galerie Hannover
Beeinflusst Kunst die Kulturpolitik oder
beeinflussen kulturpolitische Projekte die Kunst?
Eine Antwort darauf gibt die Ausstellung „Im Prinzip
des Dialogs”. Die VGH nimmt das Europäische Jahr
des interkulturellen Dialogs zum Anlass, um Werke
von Herbert W. H. Hundrich zu präsentieren. Der in
Wittmund geborene Künstler lebt und arbeitet seit 23
Jahren in Frankreich, in den USA und in Spanien.
Sein Leben in verschiedenen Kulturkreisen ist geprägt
von der Bewegung zwischen Abstraktion und
Realität.
Weltweit und länderübergreifend operieren Konzerne, investieren Aktionäre, überschreiten Migranten legal oder illegal Grenzen, versuchen sich regionale Traditionen gegen eine internationale Konsumkultur, aber auch gegen den kulturellen Input von Einwanderern zu behaupten. Die Grenzenlosigkeit der Globalisierung kollidiert mit den gewohnten nationalen Konzepten. Sie stellt Muster der Identifikation in Frage, erfordert neue Positionen, neue Öffnungen und Abgrenzungen.
Keine Zukunft ohne Gegenwart, keine Gegenwart ohne Vergangenheit. Die Zeit im Raum ist die Dimension, in der Herbert W. H. Hundrich das „Prinzip des Dialogs” entwickelt. Dabei geht es dem Künstler auch um Wege aus der kognitiven Schleife, aus dem Gefangensein in gewohnten Verhaltens- und Lösungsmustern: Abstraktion ist die Möglichkeit, die „Unmöglichkeit, mit dem Begriff über den Begriff hinauszukommen” (Adorno), zu überwinden. Was heisst das? Praktisch? "... eine Selbstbegründung aus dem Nichts heraus wagen. Einen Neuanfang, bei dem die Kunst ein notwendiges Mittel des Ausdrucks und der Gestaltung von Gegenwart und Zukunft ist: für den Einzelnen, für die Gesellschaft, für die Kultur.
Text: Martin Breuninger
Zusammenstellung aus dem Katalog: Im Prinzip des Dialogs,
VGH galerie Hannover, 2008